Alte Musik stilecht interpretiert

„Countertenor (Philipp Mathmann) und Ensemble für Alte Musik begeisterten.“
Jenaer Philharmonie - 22.06.2016
„In diesem Rahmen eine Premiere, noch dazu mit solch einer berühmten Arie, wie „Lascia la Spina“ - Philipp Mathmann mit seiner hohen Gesangskunst.“
Jenaer Philharmonie - 22.06.2016
„Einen weiteren Akzent setzte der Countertenor mit dem „Salve Regina“ , wo, um nur eines herauszugreifen, das „La crimosa“ in seinen Bewegungen nahezugehen vermochte. “
Jenaer Philharmonie - 22.06.2016
„Das Publikum begeistert und neugierig auf künftige Auftritte des Sängers und Ensembles...“
Jenaer Philharmonie - 22.06.2016

Alte Musik stilecht interpretiert

Hans Lehmann über das letzte Kammerkonzert der Saison 2015-16 mit dem Ensemble für Alte Musik Jena am 19. Juni 2016 in der Jenaer Rathausdiele

Countertenor (Philipp Mathmann) und Ensemble für Alte Musik begeisterten

Die Jenaer Philharmonie setzt mit ihren Kammerkonzerten in der Rathausdiele zunehmend erstaunliche Akzente, was die Programme und unterschiedlichen Musikerbesetzungen betrifft. Diesmal titelte man „Bizzarie e Stravaganze“ -verwunderlich und extravagant- womit sich das Ensemble für Alte Musik Jena hervorragend zu präsentieren wusste. Auf historischen Instrumenten musizierten Andrea Schmidt und Gundula Mantu (Violinen), Anne-Marei Holter (Viola), Gertrud Ohse (Violincello) und am Cembalo Gerd Amelung.

Bereits zu Beginn erzeugte die Sinfonia „La passione di Gesu Signor nostro“ aus der Feder des Venezianers Antonio Caldera mit ihrer inneren Rasanz aber auch ruhigen Poesie Spannungen und Neugier auf alles Folgende. In diesem Rahmen eine Premiere, denn wann haben wir bei den Matineen schon einmal einen Countertenor erleben dürfen, noch dazu mit solch einer berühmten Arie, wie „Lascia la Spina“ von Georg Friedrich Händel aus seiner Oper „Rinaldo“ -sein berühmt gewordenes Largo- Philipp Mathmann an diesem Vormittag mit der ersten Probe seiner hohen Gesangskunst.
Die Ouvertüre F-Dur von Johann Joseph Fux präsentierte den damals üblichen Reichtum an Tänzen nach dem Eingangssatz in üblicher Form. Einen weiteren Akzent setzte der Countertenor mit dem „Salve Regina“ von Giovanni Battista Pergolesi, ein Stundengebet, wo, um nur eines herauszugreifen, das „La crimosa“ in seinen Bewegungen nahezugehen vermochte. Das Ensemble auch hier perfekt in Spieltechnik und Stilistik. Was hat sich da auch in unseren Breiten an originaler Interpretationskunst dieser sogenannten Alten Musik entwickelt und ist zum Allgemeingut geworden! Ehedem nur von wenigen Spezialensembles möglich und beispielgebend für andere.

Natürlich durfte am Schluss des Programms der virtuose Antonio Vivaldi nicht fehlen, sowohl instrumental als auch mit zwei Gesängen. Das Publikum begeistert und neugierig auf künftige Auftritte des Sängers und Ensembles, wobei die Instrumentalisten bei aller Virtuosität in den Tempi auch langsame Tänze, um nur ein Beispiel zu nennen, so ausmusizieren sollten.