Atemberaubende deutsche Erstaufführung der Marienvesper von Giovanni Battista Pergolesi

Atemberaubende deutsche Erstaufführung der Marienvesper von Giovanni Battista-Pergolesi „(Die Solisten)…ließen keine Wünsche übrig. Besonders der 23-jährige Sopranist bewegte mit glockenheller Stimme und Oktavsprüngen in die höchsten Höhen.“
Der Patriot (Lippstadt), TE - 31.05.2010

Lippstadt – Er wurde nur 26 Jahre alt, bevor er im Jahre 1736 an Tuberkulose starb. Doch in dieser kurzen Zeit schuf er Musik für die Ewigkeit – der italienische Barockkomponist Giovanni Battista Pergolesi. Vor 300 Jahren wurde der Mitbegründer der „opera buffo“ in Neapel geboren.

Grund für ein ganz besonderes Konzert unter der Leitung von Harduin Boeven am Samstagabend in der Lippstädter Kirche St. Joseph. Die Solisten Philipp Mathmann, H. H., J. M. v. C., M. M. und S. Y. P., der Kammerchor Lippstadt und das Orchester Symphonia Nova aus Münster führten die Marienvesper des Geburtstagskindes auf, als deutsche Erstaufführung. Der Musikwissenschaftler Malcolm Bruno stellte hierbei einzelne überlieferte Sätze wie Introitus, Psalmen, Hymnus, Magnificat und Salve Regina zu einer Vesper zusammen, in der die musikalische Vielfalt des jungen Komponisten deutlich wird. Pergolesi schwamm nicht mit dem Strom und wurde dafür zu seiner Zeit auch schon mal mit Orangen beworfen. Barocke Klänge mischen sich mit gregorianischen Gesängen und frühklassischen Themen, die schon an Mozart erinnern. Das emotionale Spiel mit Dissonanz und Konsonanz, Dur und Moll hält den Spannungsbogen über die gesamte Konzertlänge. Besonderes Schmankerl der Lippstädter Aufführung: Wie zu Zeiten des Barock wurden die Frauenstimmen des Alt und Sopran von Männern übernommen (verstärkt durch die Sopranistin H. H.). J. M. v. C. (Alt) und der gebürtige Lippstädter Philipp Mathmann (Sopran) ließen keine Wünsche übrig. Besonders der 23-jährige Sopranist bewegte mit glockenheller Stimme und Oktavsprüngen in die höchsten Höhen. Ebenso überzeugend und im Ganzen noch ein wenig gefühlvoller intonierte H. H. ihre Parts. Unter die Haut ging auch das „Ora pro nobis“ im Wechselgesang von Tenor M. M. und dem Kammerchor, der zusammen mit den Instrumentalstudenten der Symphonia Nova Höchsleistung zeigte. Der Patriot (Lippstadt), 31. Mai 2010, TE