Die Macht der Klänge – Gelungener Auftakt der 36. Fränkischen Musiktage

Main-Echo, Mathmann, Fränkische Musiktage, Horus Ensemble „Countertenor Philipp Mathmann sorgte beim Publikum, durch seine außergewöhnliche Begabung im Falsett, für faszinierte Bewunderung.“
Main-Echo, Heike Spielberger - 4.10.2011
„Mathmann bewies in der hohen Stimmlage wahre Virtuosität und erntete neben frenetischem Beifall Lob in den höchsten Tönen.“
Main-Echo, Heike Spielberger - 4.10.2011

Die Macht der Klänge

Von Heike Spielberger

Fränkische Musiktage: Gelungener Auftakt der 36. Konzertreihe in und um Alzenau

Alzenau. „Ich weiß nicht was soll es bedeuten“: Mit kokettierendem Unterton und einnehmender Stimme sang Annika Gerhards „Loreley“ von Franz Liszt (1811 – 1856) nach dem Gedicht von Heinrich Heine (1797 – 1856). Der Legende nach war die Loreley eine schöne Nixe mit langem blondem Haar, die auf einem Felsen am Rheinufer saß, und durch ihren Gesang die Kapitäne der Schiffe vom Kurs ablenkte.

Das Phänomen Musik und seine Wirkung auf den Menschen im Wandel der Geschichte ist das zentrale Thema der 36. Fränkischen Musiktage. Der Vorsitzende Horst Michaels und Alzenaus Bürgermeister Alexander Legler eröffneten die Konzertreihe am Freitagabend im Rittersaal der Burg feierlich. Die Musiktage stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Die Macht der Musik“.

Die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen gelang nicht nur der Sopranistin Annika Gerhards mit ihrem melodischen Gesang mühelos. Auch Countertenor Philipp Mathmann sorgte beim Publikum, durch seine außergewöhnliche Begabung im Falsett, für faszinierte Bewunderung. Er bewies in der hohen Stimmlage wahre Virtuosität und erntete neben frenetischem Beifall Lob in den höchsten Tönen.

Temperamentvoll und mit einer fast aggressiv anmutenden Note interpretierte Elena Graf einige Capricen von Niccolo Paganini (1782-1840). Voller Leidenschaft gab sie sich der Musik hin. Es wirkte so, als ob sie mit ihrem Instrument verschmolz. In atemberaubendem Tempo ließ sie den Bogen über die Seiten sausen. Effekte der Mehrstimmigkeit mit einem gehaltenen Triller bei gleichzeitig gespielter Melodie erzeugten sie mit einer professionellen Selbstverständlichkeit und beeindruckte durch ihr Können. Dass ei ihr die Musik in Fleisch und Blut überging, zeigte Alexandra Troussova am Flügel. Die in St. Petersburg geborene Pianistin begeisterte die Zuhörer mit zwei Stücken von Franz Liszt (1811-1856). Bestimmt und forsch setzte sie Akzente im Mephisto-Walzer Nr. 1 A-Dur. Laut und energisch schlug sie die Tasten an. Sie verabschiedet sich mit zwei Zugaben.

Italienisch wurde es gleich zu beginn mit Klängen von Claudio Monteverdi (1809-1847), bei denen das Horus-Ensemble zu „L’Orfeo“ weit mehr als nur die Begleitstimme übernahm. Ein gelungener Auftakt nachdem sich Musikliebhaber auf weitere Konzerterlebnisse freuen dürfen.

Main-Echo, Heike Spielberger – 4.10.2011