Film, Kerzenschein und atemberaubender Gesang

Film Kerzenschein und atemberaubender Gesang „Kerzenschein und atemberaubender Gesang“
LDZ , Cornelia Kolbe-Brode - 4.April.2010
„Mit glockenheller Stimme und Tonhöhen, die gefühlt sogar weibliche Stimmlagen übertrafen, bot sich in der Kirche ein musikalischer Genuss.“
LDZ , Cornelia Kolbe-Brode - 4.April.2010

Gronau an der Leine – Klosterbrot mit Butter und Salz, dazu naturtrübes Mönchsbräu und ein mit Kerzen beleuchtetes Kino. Der Gronauer Kulturkreis hatte für das Publikum einen gelungenen Einstieg in die Veranstaltung „Kino und Kirche“ gefunden. In den ausverkauften Lichtspielen wurden die Besucher mit dem Film „Vaya con Dios“ (Gehe mit Gott) auf eine Reise zwischen Mittelalter und der heutigen Spaßgesellschaft geschickt.

Drei Mönche, die ihren Zugang zu Gott über den Gesang finden und ein Leben lang kaum über ihre dicken Klostermauern geschaut haben, machen sich auf den Weg nach Italien. Dabei unterliegen sie einer Vielzahl von Versuchungen, die mit ihrem Orden nicht zu vereinbaren sind. Nach einigen oftmals amüsanten Irrwegen finden sie im gemeinsamen Gesang letztlich wieder zueinander.

Vor allem die männliche Sopranstimme fasziniert in dem Film und weckt den Wunsch der Besucher, mehr zu hören. Dies sollte das Publikum in der nahegelegenen, auch mit Kerzen beleuchteten, St. Matthäi-Kirche dann auch bekommen. Der 23-jährige Sopranist Philipp Mathmann sang Lieder von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und anderen bekannten Komponisten. An der Orgel wurde er von Harduin Boeven begleitet. Mit glockenheller Stimme und Tonhöhen, die gefühlt sogar weibliche Stimmlagen übertrafen, bot sich in der Kirche ein musikalischer Genuss. Das Konzert wurde mit einem gemeinsamen Gesang aller Gäste beendet.

Ähnlich wie im Film „Vaya con Dios“ wurde in der Kirche das Lied, „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ angestimmt. Alle sieben Strophen schallten mit Sopranbegleitung durch den Raum. Damit war der Kreis zur Aussage des Filmes, Gesang verbindet, vortrefflich und stimmungsvoll geschlossen.

Das Duo erhielt vom Publikum stehende Ovationen und bedankte sich mit mehreren Zugaben. Angelika Grages, die durch das Programm führte, bedankte sich bei den Künstlern und dem Pastorenehepaar Susanne und Wolfgang Richter, die dieses Projekt gern unterstützt haben. LDZ , 4.April.2010 – Cornelia Kolbe-Brode