Giulio-Perotti-Gesangswettbewerb „Fortes fortuna juvat“ – „Das Glück hilft den Tüchtigen“

„Seine in jedem Register ausgeglichene Stimme fand große Anerkennung bei den Juroren und beim Publikum.“
Nordkurier - 15.2.2011
„Dem Münsteraner wurde auch der Sonderpreis für die beste Interpretation einer Arie aus einer Kantate, einer Messe oder einem Oratorium zuerkannt.“
Nordkurier - 15.2.2011

Beim I. Internationalen Giulio-Perotti-Gesangswettbewerb, der vom 5. bis zum 11. Februar 2011 zum ersten Mal in Ueckermünde stattfand, haben sich junge deutsche Sänger hervorragend präsentiert und konnten mehrere Haupt- und Sonderpreise erringen.

Die sehr talentierte 16-Jährige Friederike Bieber – Sopran aus Strasburg, holte als einzige Deutsche einen Sieg in ihrer Altersgruppe (A I). Besonders gelobt hat die Jury die Spannbreite der gesungenen Stücke und ihre Ausstrahlung, mit der sie auch das Publikum bezaubern konnte. Friederike hat sich schon in der ersten Runde im Vergleich zu den anderen Mitstreitern hervor gehoben. Beim Finale und beim Preisträgerkonzert mit dem Orchester hat sie die Arie der Pamina „Ach, ich fühl`s“ aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“ gesungen.

Andine Roth – Mezzosopran aus Ueckermünde erkämpfte einen hervorragenden 2. Preis in der teilnehmerstärksten Altergruppe A II. Sie konnte in allen Runden mit ihren temperamentvollen Interpretationen überzeugen und im Finale mit der Arie der Dorabella aus Mozarts Oper „Cosi fan tutte“ beeindrucken.

Die beiden hoffnungsvollen Gesangstalente werden an der Kreismusikschule Uecker-Randow unterrichtet. Seit Jahren nehmen Friederike und Andine auch regelmäßig am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil und gehören auf allen Ebenen zu den besten.

Sehr gut hat sich auch der 24-Jährige Philipp Mathmann präsentiert. Er war der einzige Countertenor beim I. Internationalen Giulio-Perotti-Gesangswettbewerb. Seine in jedem Register ausgeglichene Stimme fand große Anerkennung bei den Juroren und beim Publikum. Der Medizinstudent erhielt in seiner Altersgruppe (A III) den 2. Hauptpreis. Dem Münsteraner wurde auch der Sonderpreis für die beste Interpretation einer Arie aus einer Kantate, einer Messe oder einem Oratorium („Aus Liebe will mein Heiland sterben“ aus „Matthäus-Passion“ von J. S. Bach) zuerkannt. Im Finale sang er aus Händels „Rinaldo“ die Arie „Laschia chio pianga“.

Zu den deutschen Preisträgern gehört auch die 17-Jährige Anna Christin Sayn – Sopran von der Musikschule Sprockhövel, die es bis in das Halbfinale schaffte. Sie erhielt einen Sonderpreis für die beste Interpretation einer Arie aus dem Barock für „Amarilli mia bella“ von G. Caccini. Philipp Mathmann und Anna Sayn nehmen ebenso erfolgreich am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil.

Der Perotti-Gesangswettbewerb wurde in 5 Gruppen ausgeschrieben: in 3 Altersgruppen für die Gesangsschüler (AI bis AIII), sowie in 2 Gruppen für die Gesangsstudenten, die sich bereits im Bachelor- oder Masterstudium (Gruppen B und M) befinden. Es wurden mehrere Haupt- und Sonderpreise vergeben. Die Bewerber zeigten in jeder Runde ihr Können auf sehr hohem Niveau.

Zu den weiteren Preisträgern, die in den einzelnen Altersgruppen erste Preise gewonnen haben, gehören außer Friederike Bieber (A I): Adriana Ferfecka – Sopran aus Polen (A II), die besonders mit dem Lied „Du bist die Ruh“ Op. 59, Nr. 3 von F. Schubert begeistert hat und dafür den Sonderpreis für die beste Interpretation eines deutschen Liedes erhielt, sowie die fantastische Russin Ekaterina Leonova – Sopran, die nicht nur mit dem I. Preis in der III. Altersgruppe ausgezeichnet wurde, sondern auch mit 2 Sonderpreisen. Sie erhielt die Sonderpreise für die beste Sopranstimme und für die beste Interpretation einer Arie im Finale („Ach, ich fühls“ aus der Oper „Die Zauberflöte“ von W. A. Mozart). In den Studentengruppen haben Malgorzata Bartkowska – Mezzosopran aus Polen (Bachelorstudium), gleichzeitig die beste Mezzosopranistin des Wettbewerbes (Sonderpreis für die beste Mezzosopranstimme) und die polnische Sopranistin Ewelina Siedlecka (Masterstudium), die zusätzlich den Sonderpreis für die beste Interpretation eines Stückes aus dem 20. Jh. für das Lied „Piesn muezina szalonego“ Op. 42, Nr. 1 von K. Szymanowski erhielt, gewonnen.

Die Hauptsiegerin des Wettbewerbes, Gewinnerin des wichtigsten Preises, des GRAND PRIX, ist die 19-jährige Gesangsstudentin von der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin – Fatma Said – Sopran. Die aus Ägypten stammende Fatma Said hat nicht nur die Herzen der international besetzten Jury erobert, sondern auch die des Publikums. Mit ihrer Inszenierung der Arie der Despina „Una donna quidici anni“ aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Cosi fan tutte“ war die Ägypterin so überzeugend, dass sie gleichzeitig den Publikumspreis für besondere Ausstrahlung und Bühnenpräsenz bekam. Ihre Bewegungen haben in jeder Geste mit der Stimme harmoniert. Der Publikumsliebling hat auch wunderschön das Lied „Ayadoum lana bostan al zahry“ von S. Mohie El Din gesungen, für das sie den Sonderpreis für die beste Interpretation eines Liedes aus dem Heimatland erhielt.