Glasklarer Sopran sorgte für Gänsehaut

„Im "Stabat mater" von Antonio Vivaldi erklang der glasklare Sopran des jungen Philipp Mathmann, der den Zuhörer nicht nur einmal Gänsehautgefühle vermittelte. “
Halterner Zeitung, Heidi Spiegel - 26.03.2012
„Als Höhepunkt zum Abschluss brillierte Philipp Mathman dann in Bachs Kantate BWV 199 "Mein Herze schwimmt im Blut",...“
Halterner Zeitung, Heidi Spiegel - 26.03.2012

HALTERN. Pfarrer Ahls begrüßte im Rahmen von KuKuK (Kunst und Kultur und Kirche) in der eindrucksvoll in violettes Licht getauchten Marienkirche das 2008 als Zusammenschluss von Studenten verschiedener Fachrichtungen der Westfälischen Wilhelmsuniversität gegründete junge Ensemble und wünschte Zuhörern einen besinnlichen und gleichermaßen frohen Abend.

„Vier Jahreszeiten“

Das Konzert wurde eröffnet mit dem „Winter“ aus Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“, in dem vor allem der nuancenreiche Vortrag der Violinen auffiel. Auch Cembalo und Viola glänzten in Solopartien. So hörte man ein allbekanntes Stück auf spannend neue Weise. Es folgte entgegen der Ankündigung im Programm das Oboenkonzert op. 9 von Tomaso Albinoni mit der ausdrucksstarken Solistin Elisabeth Wieland, das insbesondere im mitreißend vorgetragenen dritten Satz die Passionszeit vergessen ließ und zum Tanzen einlud. Im folgenden „Stabat mater“ von Antonio Vivaldi erklang dann der glasklare Sopran des jungen Philipp Mathmann, der den Zuhörer nicht nur einmal Gänsehautgefühle vermittelte.

Nach dieser eindrucksvollen Interpretation des Schmerzes der Gottesmutter um den Gekreuzigten war der junge Cellist Benedikt Kleineidam zusammen mit der georgischen Cembalistin Nino Saakadze mit einer ursprünglich für Viola da Gamba komponierten Bachsonate (BWV 1028) zu hören.

Reue und Freude über die Vergebung

Als Höhepunkt zum Abschluss brillierte Philipp Mathman dann in Bachs Kantate BWV 199 „Mein Herze schwimmt im Blut“, in der die Wandlung des zerknirschten Sünders, seine Reue und die Freude über die Vergebung im lebendigen Wechsel zwischen Arien und Rezitativen gestaltet ist. Besonders eindrucksvoll klang hier der 6. Satz, in dem der wundervolle Sopran mit der Viola allein musiziert und auch der tänzerische Schluss, der die Aussöhnung mit Gott darstellt.

Die Zuhörer konnten mit ihrem Applaus ein talentiertes junges Ensemble verabschieden, das sie mit einem abwechslungsreichen und auf die Passionszeit einstimmenden Programm mit Besinnlichkeit und Freude gleichermaßen beschenkt hatte.

Halterner Zeitung, Heidi Spiegel – 26.03.2012