Im Musikstrom von Kirche zu Kirche

Im Musikstrom von Kirche zu Kirche „Die Ev. Universitätskirche trumpfte mit dem jungen Sopranisten Philipp Mathmann auf, stehende Ovationen und lang anhaltenden Beifall erhielt er.“
Westfälische Nachrichten, Heike Eickhoff - 2.11.2010
„Technisch und musikalisch verblüffend sicher und mit viel Gespür für Nuancen, verzauberte er die Zuhörer sofort mit seiner ungewöhnlichen Stimmlage, strahlend und scheinbar ganz unangestrengt.“
Westfälische Nachrichten, Heike Eickhoff - 2.11.2010

In kleinen Gruppen zogen die Musikfreunde als ein nicht enden wollender Strom von Kirche zu Kirche, denn die insgesamt sieben Konzerte fanden jeweils in unterschiedlichen Kirchen statt. So entstand ein abwechslungsreiches Gesamtprogramm mit musikalisch weit gefächerten Schwerpunkten. Und weil es draußen bald dunkel und kühl wurde, genossen die vielen Zuhörer sichtlich stets aufs Neue den nächsten stimmungsvollen, oft mit Kerzen erleuchteten Kirchenraum. Die Sitzplätze reichten kaum für die vielen Zuhörer, die oft mit der ganzen Familie unterwegs waren.

Die Evangelische Universitätskirche trumpfte mit dem jungen Sopranisten Philipp Mathmann auf, stehende Ovationen und lang anhaltenden Beifall erhielt er. Technisch und musikalisch schon verblüffend sicher und mit viel Gespür für Nuancen, verzauberte er die Zuhörer sofort mit seiner ungewöhnlichen Stimmlage, strahlend und scheinbar ganz unangestrengt. Domorganist Thomas Schmitz und Kontrabassist Ben Sahlmüller vervollständigten das brillante Trio.

Witold Grohs (Saxofon) und Andreas Wickel (Orgel) lockten die Zuhörer in der Überwasserkirche anschließend in eine Welt der schönen, meditativen Klänge mit viel Freiraum für überlegte Improvisationen. Die beiden spannten einen wunderbaren Bogen von Frescobaldi bis in die Gegenwart, gespickt mit virtuosen Passagen am Saxofon, garniert mit vollgriffigem Orgelschmelz. Drei Werke von Heinrich Schütz gab es am Nachmittag im Dom mit dem Jungen Chor Münster und dem Heinrich-Schütz-Chor (Leitung: Harald Berger). Schön, wie die Bässe die Phrase „der für uns könnte streiten“ im „Verleih uns Frieden gnädiglich“ angingen. Ein sympathischer Chor, ein gut gewähltes Programm.

In St. Lamberti gab es gleich zwei Konzerte. Der dortige Kammerchor (Leitung Christian Bettels) eröffnete, die Choralschola Heilig Kreuz (Leitung und Orgel: Jutta Bitsch) brachte später etwas Mittelalterliches mit. Das „Magnificat“ von Michael Denhoff erklang anschließend in der Clemenskirche mit dem Kammerchor der Dommusik unter Andreas Bollendorf.

Im Dom endete der imposante Rundgang am Abend mit englischen Kompositionen von Brewer bis Walton – beim Kammerchor der Universität Münster unter Ellen Beinert in den besten Händen. Ein fröhlicher, schwungvoller Ausklang einer tollen Aktion.