Jubel zum Schluss der Weihnachtszeit

Jubel zum Schluss der Weihnachtszeit

Münster – In dulci jubilo! Dies war das Mottto des Konzerts des Kammerchors an der Herz-Jesu-Kirche. Jubilierend und fröhlich sang der Chor sein Programm in der voll besetzten Kirche, unterstützt von Streichern des Sinfonieorchesters Münster. Am Ende stand „Tollite hostias“ aus dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens. Ein klangvoller Genuss.

Chorleiter Michael Schmutte wählt er für die Konzerte stets Kompositionen aus vielen musikalischen Epochen aus, die auch ohne vordergründige Effekte wirkungsvoll sind. Der Chor geht äußerst professionell ans Werk. Vor dem imposanten Schlussstück zeigten sich Chor und Streicher mit feiner Dynamik in Heinrich von Herzogenbergs „Die Weisen aus dem Morgenland“. Auch das Weihnachtslied„Es ist ein Ros entsprungen“ hatte der Chor in einer Fassung Herzogenbergs einstudiert. Ein Stück, das vom Kontrast des mittelalterlich wirkenden Chorgesangs zu den eindeutig romantisch gesetzten Streichern lebt. Hermann Schröders modernes „Freu dich, Erd und Sternenzelt“ schlug fröhlich den Bogen zum 20. Jahrhundert.

Viel Raum nahmen ein paar Stücke aus dem „Messiah“ von Georg Friederich Händel ein, darunter der bewegte Chorsatz „For unto us a child is born“ mit dem klangstarken, aber nicht forcierten Ausruf „Wonderful“. Philipp Mathmann sang einige Sopran-Arien aus dem „Messiah“, die in den Höhen schön strahlend überkamen. Etwas zum Mitsingen gab es nicht nur mit der Zugabe „O du fröhliche“ sondern auch mit Johann Sebastian Bachs „Wie schön leuchtet der Morgenstern“. Organist Joachim Lepping lockte mit der Orgel die Zuhörer recht erfolgreich aus der Reserve. Zwei instrumentale Solokonzerte für Oboe und Blockflöte rundeten das Programm ab. Masako Kozuki blies Allesandro Marcellos Oboenkonzert d-Moll: ein echter Barockhit. Die junge Blockflötistin Wiebke Müller wagte sich an das Konzert für Blockflöte und Orchester F-Dur von Antonio Vivaldi und hatte hörbar viel Freude daran. Das Publikum dankte mit kräftigem Beifall. Westfälische Nachrichten, Heike Eickhoff, 12.01.2010