Junge Sänger rührten ihr Publikum an

Junge Sänger rührten ihr Publikum an „Die Leichtigkeit, mit der Mathmanns weiche Stimme auch extreme Höhen mühelos meisterte, begeisterte immer wieder erneut“
Ruhr-Nachrichten, Dr. Hans-Joachim Wensing - 30.03.2010

Werne – Ein besonderes Konzert konnten die Besucher der Christophorus-Kirche am vergangenen Sonntag erleben. Auf Einladung der Stiftung Muica Sacra Westfalica war das Ensemble Symphonia Nova zu Gast und präsentierte ein italienisches Barockprogramm unter dem Titel „Marienlob-Marienklage“.

In der Spannung zwischen dem Hochfest Maria Verkündung (25.März) und Palmsonntag (28.März) erklangen das „Salve Regina“ von Nicola Porpora (1686-1768) sowie das „Stabat Mater“ von Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736), zwei Kompositionen in der Besetzung für Sopran und Alt solo plus Streichorchester. Entgegen heutigen Gewohnheiten übernahmen die Soli allerdings nicht Frauen, sondern Männer.

Extreme Höhen

Philipp Mathmann (Foto 1, Soprano) und J. M. v. C. (Foto 2, Altus) gehören zu den wenigen Spezialisten in dieser besonderen Gesangskunst.
Die Leichtigkeit, mit der Mathmanns weiche Stimme auch extreme Höhen mühelos meisterte, begeisterte immer wieder erneut, Cube brillierte als kongenialer Partner mit seiner wandlungsfähigen und ausdrucksstarken Art.

Getragen und gestützt wurden die beiden von einem Streichquintett. Emily Engels (Violine I), Benjamin Warlich (Violine 2), Katharina Dany (Viola), Benedikt Kleineidam (Cello) und Moritz Wedekind (Kontrabass) musizieren mit viel Gefühl für die barocke Tonsprache und Affektenlehre. Harduin Boeven leitete unauffällig und behutsam vom Cembalo aus.

Musikalischer Genuss

Die beiden marianischen Werke wurden verbunden durch das „Adagio in g-Moll“ von Tomaso Albinoni. Zwar streitet die Musikwissenschaft noch darüber, ob es sich bei diesem Stück um eine originale Barockkomposition oder um eine spätere Stilkopie handelt. Dem musikalischen Genuss tat das allerdings keinen Abbruch. Die Musiker ließen dieses Kleinod in besonderem Glanz erstrahlen. Den Künstlern gelang es, die Zuhörer unmittelbar anzurühren. Begeisterter Applaus und stehende Ovationen bildeten daher den Abschluss dieser hervorragenden Darbietung. Ruhr-Nachrichten, 30.03.2010, Dr. Hans-Joachim Wensing