Kammermusikalisches Ensemble beeindruckte

„… (Das Ensemble, welches) unter der souveränen und engagierten Leitung des Diplommusikers und Kantors B. gemeinsam mit dem 23-jährigen hochbegabten Soprano Philipp Mathmann keinen Vergleich mit der internationalen Konkurrenz zu scheuen braucht…“
Ingeborg Trox, Neue Westfälische Zeitung Nr. 263 - 11.11.09
„Die erst spät erkannte und systematisch geförderte ungewöhnliche Begabung, zugleich über Bariton- und hohe Sopranstimme zu verfügen, machte den jungen Allroundmusiker, der neben seiner gesanglichen Weiterbildung noch ein Medizinstudium betreibt, zu einem Ausnahmetalent: mühelos in den höchsten Lagen, beweglich, klingend und tragend, mit großer Ausstrahlung.“
Ingeborg Trox, Neue Westfälische Zeitung Nr. 263 - 11.11.09

Schloß Holte-Stukenbrock. – Die Komponisten des 18. Jahrhunderts stehen im Vordergrund ihres Musizierens, und ihre Begeisterung und Liebe zur Musik des Barock und der frühen Klassik sind immer deutlich spürbar. Es sind Studenten der unterschiedlichsten Fakultäten der Westfälischen Wilhelms- Universität Münster, die sich vor gut einem Jahr zur Symphonia Nova zusammengeschlossen haben.

Einzeln hervorragend und erfolgreich bereits bei allen möglichen musikalischen Wettbewerben, hat sich die kleine solistisch besetzte Streichergruppe zu einem Ensemble entwickelt, das unter der souveränen und engagierten Leitung des Diplommusikers und Kantors Harduin Boeven gemeinsam mit dem 23-jährigen hochbegabten Soprano Philipp Mathmann keinen Vergleich mit der internationalen Konkurrenz zu scheuen braucht: Britta Schuhknecht/ Benjamin Warlich (Violine), Katharina Dany/Ludwig Zeller (Viola), Benedikt Kleineidam( Cello) und Ben Sahlmüller (Kontrabass).

Das Programm des Novemberkonzerts am Sonntag in der Kirche St. Johannes Baptist umfasste neben dem unvergleichlichen Stabat mater von Pergolesi und dem Adagio in g-Moll von Albinoni das Salve Regina von Joseph Haydn. Vor allem die tonale Weitflächigkeit und die singende Melodik der in den unterschiedlichsten Farben aufeinander folgenden Sätzevon Pergolesis Werk waren beeindruckend, sowohl in den ruhig-getragenen, tonschönen arios-liedhaften Passagen als auch in den lebhaft-heiter fließenden, fröhlich tänzerischen und rhythmisch betonten Teilen. Die Streicher, von der Orgel unterstützt, waren in steter Übereinstimmung mit den beiden Volkalsolisten, dem Soprano Philipp Mathmann und der Countertenor Daniel Lager. Die erst spät erkannte und systematisch geförderte ungewöhnliche Begabung, zugleich über Bariton- und hohe Sopranstimme zu verfügen, machte den jungen Allroundmusiker, der neben seiner gesanglichen Weiterbildung noch ein Medizinstudium betreibt, zu einem Ausnahmetalent: mühelos in den höchsten Lagen, beweglich, klingend und tragend, mit großer Ausstrahlung.

Mit viel Noblesse behauptete sich an seiner Seite der Altus Daniel Lager mit seinem kraftvollen Stimmvolumen, klangstark und sehr variabel in der Farbgebung – beide Stimmen transparent, nuancenreich im Vortrag und sich wohltuend miteinander verbindend undergänzend. Das folgende Adagio in g-Moll, dessen Urheberschaft Albinonis inzwischen wissenschaftlich angezweifelt wird, bezaubertedurch seine langgezogenen Melodiebögen. Untrügliches Kennzeichen der hochbarocken venezianischen Tonkunst war die plastische kraftvolle Tonsprache, die die Streicher im engen Verbund mit der Orgel überzeugend umzusetzen wussten.

Den Schluss bildete Haydns Salve Regina. In dem dreiteilig durchkomponierten Werk wird der Orgel solistische Bedeutung zugewiesen, die Harduin Boeven tonmalerisch durch geschickte sorgsame Registrierung zu nutzen verstand. Nach einer prächtigen, festlichen kurzen instrumentalen Einleitungvon Orgel und Streichensemble dann ein strahlendes „Salve“, in dem sich die beiden Interpreten aus dem Eingangswerk durch die Tenöre Nik Kevin Koch und den Bassisten Sang-Ywoon Park zu einem klangstarken Quartett miteinander verbanden.

In machtvoller Dynamik, dem vorgegebenen linearen sprachlichen Duktus aufmerksam folgend, formten die Solostimmen klangintensiv ein homogenes Gesamtbild als anspruchsvollen Hymnus von nachdrücklicher Wirkung. Ein großartiger Schlusspunkt unter eine ebenso großartige begeisternde Leistung aller Beteiligten, denen man dazu ein wesentlich volleresHausgewünscht hätte. Ingeborg Trox, NW Nr. 263 – 11.11.09