Konzertabend der großen Themen von Strauss bis Wagner

„Einfach fantastisch, seine lupenreine klare Tongebung bis in höchste Lagen sowohl im Forte als auch an leisen Stellen im wahrsten Sinne des Wortes erleben zu dürfen.“
OTZ /Jonas Zipf 21.03.18
„Riesenbeifall und mit der Zugabe der berühmten Arie des Cherubino, „Voi che sapete“ aus Mozarts „Le Nozze di Figaro“ bedankt.“
OTZ /Jonas Zipf 21.03.18

Es ist doch eigenartig, welche Assoziationen durch so manches Philharmonische Konzert ausgelöst werden, wie zum Beginn des 7. Mittwochkonzertes , als der junge Gastdirigent Christoph Konncz, Mitglied der Wiener Philharmoniker, den Taktstock zu „Don Juan“ von Richard Strauss erhob. Man kennt jeden Ton, doch plötzlich wird einem die traumhafte Akustik des Volkshaussaales bewusst, und das, wo man gerade in Leipzig Jubiläum des Gewandhausorchesters feiert, dessen historischer Bau 1904 Vorbild für Jena wurde.

Nach mitreißend musiziertem Auftakt war man gespannt auf die weitere Programmfolge unter dem Motto „Liebesleben- Liebestode“. Hector Berlioz komponierte 1841 seinen Liederzyklus „Les nuits d’été“ (Sommernächte) mit Klavierbegleitung. 1843 verwandelte er es anlässlich einer Konzertreise nach Deutschland in eine Version mit Orchester, zugleich die nächste Überraschung an diesem Abend. Den Gesangspart gestaltete der Countertenor Philipp Mathmann. Einfach fantastisch, seine lupenreine klare Tongebung bis in höchste Lagen sowohl im Forte als auch an leisen Stellen im wahrsten Sinne des Wortes erleben zu dürfen. Eine Auswahl von vier Gesängen mit Texten von Théophil Gautier ließen den Inhalt im Original-Französischen ahnen, es geht um persönlichste Gefühle von Liebe einschließlich Trennung und Tod (Mondlicht – Auf dem Friedhof), letztlich auch persönliches Erleben des Komponisten in seinen Beziehungen. Riesenbeifall und mit der Zugabe der berühmten Arie des Cherubino, „Voi che sapete“ aus Mozarts „Le Nozze di Figaro“ bedankt. Das Orchester zeigt sich in allen Registern in Hochform, dank sensibler Leitung durch den Gastdirigenten.

Das Themenfeld abrundend erklang nach der Pause die Konzertsuite „Péleas et Mélisande“ von Claude Debussy – klanglich Impressionismus pur. Am Ende des Abends sozusagen die musikalische Auflösung des stürmischen Geschehens bei Strauss zu Beginn. Mit dem Vorspiel sowie Liebestod aus der Oper „Tristan und Isolde“ von Richard Wagner wird man in eine ganz andere Welt versetzt, die Verwandlung des damals berühmten Tristan-Akkordes bis zum erlösenden Ende beider Hauptpersonen. Das Publikum dankte den Interpreten, Gastdirigent Christoph Koncz und dem Orchester für ein wiederum ungewöhnlichen und in sich schlüssigen Konzertabend.